Unser Einsatz für Ihr Badevergnügen

Marion Arpe ist Meisterin für Bäderbetriebe und seit April letzten Jahres in unserem schönen Freizeitbad Geesthacht. Sie führt ihren Beruf mit Leidenschaft aus und nimmt uns heute gedanklich mit an ihren Arbeitsplatz. Dabei erzählt sie uns, was ihre Tätigkeit als Bademeisterin – wie es im Volksmund heißt – so einzigartig macht.

Was ist das Besondere am Freizeitbad Geesthacht?
In Badesachen sind alle gleich und es werden keine Unterschiede gemacht. Unsere Gäste kommen bei Sonnenschein und auch bei Regen gerne in unser schönes Bad. Gerade unter den Stammgästen entwickelt sich eine kleine Freizeitbad-Familie. Wenn jemand mal nicht da ist, machen die anderen sich schon Sorgen. Auch in der Winterzeit bleibt der enge Kontakt mit den Badegästen bestehen, obwohl wir geschlossen haben.

Wie sieht Ihr typischer Tag aus, was gibt es für Aufgaben?
Auf jeden Fall sehr abwechslungsreich. Viele haben das Bild des Bademeisters im Kopf, der auf seinem Aussichtsturm sitzt und das Treiben im Wasser beobachtet. Natürlich steht der Aufsichtsdienst immer mit auf dem Programm. Hier gilt es, Unfälle zu vermeiden, in Gefahrensituationen erste Hilfe zu leisten und für Auskünfte bereitzustehen, kurzum: den reibungslosen Badebetrieb zu gewährleisten. Aber auch abseits des Beckens gibt es einiges zu tun. So stelle ich als Bademeisterin auch die Qualität des Wassers sicher. Das bedeutet, dass Filter, Pumpen und Chemikalien richtig eingestellt, kontrolliert und Verbräuche gemessen werden müssen. Sportlich wird es auch: Ich gebe Schwimmunterricht und auch Aqua-Fitness-Kurse bieten wir im Freizeitbad Geesthacht. Zusätzlich kümmere ich mich um alle anfallenden Reparatur- und Gartenarbeiten und springe ich beim Verkauf von Saisonkarten ein. Es gibt immer was zu tun und ich arbeite rund um die Uhr an der frischen Luft – ein wesentlicher Punkt, weshalb ich meinen Job liebe.

Gibt es auch manchmal schwierige Situationen?
Besonders schwierig ist es natürlich, wenn es zu Unfällen in unserem Freizeitbad kommt. Zum Glück passiert das sehr selten. Auch der Umgang mit einigen Badegästen kann schwierig sein, wenn diese beispielsweise gewaltbereit sind oder das Personal beschimpfen. Die meisten unserer Besucher sind aber friedlich. Brenzlig kann es manchmal natürlich auch in der Hauptsaison werden, wenn das Freizeitbad sehr voll ist und beispielsweise ein kleines Kind verloren geht. Glücklicherweise haben wir bisher noch jeden wiedergefunden. Sie sehen, es gibt schwierige Situationen, aber wir meistern diese ganz gut.

Was macht ihr eigentlich im Winter?
Tatsächlich wissen die wenigstens, was wir im Winter alles machen. Hier im Freizeitbad ist das ganze Jahr über Betrieb. Wer Lust hat, kann auch gerne während der Wintersaison Kontakt mit uns aufnehmen und einfach mal vorbeischauen. Nach dem letzten Tag der Badesaison tauschen wir unser sportliches Outfit gegen Arbeitshose, Handschuhe und Schutzbrille. So eine Sommersaison geht an unserem Freizeitbad nicht spurlos vorbei und wir nutzen die Wintermonate, um alles für die kommende Saison wieder herzurichten. Abwasserschächte und Filteranalagen werden abgepumpt, sandgestrahlt und gereinigt, aber auch viele kleine Wartungsarbeiten stehen auf der Tagesordnung. Am Gebäude wird im Winter gebastelt, repariert und gestrichen und meist stehen auch große Umbauarbeiten an. Auf dem 25.000 m² großen Geländer müssen wir einen grünen Daumen beweisen: Es wird gestutzt, gemäht, gegraben und gepflanzt. Langeweile haben wir jedenfalls nicht.

Haben sich die Badegäste in einem Freibad in den letzten Jahren verändert?
Ich glaube, dass es weniger die Badegäste selbst als ihre Lebensumstände sind. Kinder sind in Ganztagsschulen und haben weniger Freizeit. In Zeiten von Smartphones und Computern stehen dann auch andere Beschäftigungen auf dem Plan. Auch merken wir, dass es schwieriger wird, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. All das führt dazu, dass wir seit Jahren abnehmende Besucherzahlen verzeichnen. Für mich ist es wichtig, den Badegästen zu vermitteln, dass unser Bad keine Selbstverständlichkeit ist. Es handelt sich um einen Zuschussbetrieb, welcher sich ohne finanzielle Unterstützung der Stadtwerke Geesthacht und der Stadt nicht selbst finanzieren könnte. Dafür sollten wir dankbar sein und das Angebot auch nutzen.

Welche Ausbildung können junge Menschen im Freizeitbad Geesthacht absolvieren?
Wir bilden Fachangestellte für Bäderbetriebe aus. Diese Ausbildung dauert drei Jahre und vermittelt den Azubis alles, was für die Arbeit in einem Bäderbetrieb wichtig ist. Die Theorie gibt es in der Berufsschule und die Praxis dann bei uns am Becken.

Ist es schwer, gutes Personal und gute Azubis zu finden?
Leider ja, aber das ist in allen Bäderbetrieben ähnlich. Gerade in einem Freizeitbad sind die Arbeitsverhältnisse teilweise nur halbjährlich für die Saison von Mai bis September. Im Sommer haben wir Hauptsaison und können nicht wie andere in den Urlaub fahren. Hinzu kommt der Dienst auch an Feiertagen und am Wochenende. Das schreckt natürlich auch potenzielle Auszubildende ab. Im Gegenzug macht unser Beruf unheimlich viel Spaß und wenn junge Menschen erstmal bei uns begonnen haben, sind sie ganz schnell begeistert.

Dann haben Sie jetzt die Chance ein bisschen Werbung für die Ausbildung in Ihrem Freizeitbad zu machen. Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?
Es fällt mir ehrlicherweise schwer, mich kurz zu halten, weil es so viele schöne Facetten meines Berufes gibt. Mir gefallen vor allem die Abwechslung, die Arbeit im Freien und das familiäre Verhältnis mit unseren Badegästen. Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Besucher. So erfahre ich als Bademeisterin viele private Geschichten – schöne, aber auch solche, die zum Nachdenken anregen. Bei Schwimmkursen oder Saunanächten zeigen uns leuchtende Kinder- und Erwachsenenaugen, dass wir einiges richtig machen. Ich freue mich, dass ich die Dinge, die hier im Freizeitbad geschehen, mitgestalten kann. Wir sammeln zusammen Ideen für neue Veranstaltungen oder Sportkurse, richten das Freizeitbad her und packen alle mit an, wenn es was zu tun gibt – oft gemeinsam mit den Badegästen, Freunden und der Familie wie beispielsweise beim Winterputz. Ebenfalls beeindruckt mich der Umgang mit den Maschinen sowie deren Einstellung, Wartung und Reparatur. Abschließend lässt sich sagen, dass ich Bademeisterin aus Leidenschaft bin. Und manchmal sind es die kleinen Dinge, die mir zeigen, dass das Erlernen dieses Berufs für mich genau das richtige war.

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